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Montag, 21. August 2017

Wenn Auto-Pflege das Gegenteil bewirkt

Zuwenig Wasser und zuviel Druck – viele Fehler bei der Autopflege

Der Samstag war früher der Badetag – auch für das Auto. Heute waschen die Leute ihre Fahrzeuge immer seltener und begehen dabei auch noch viele Fehler.

Abstand halten: Der Strahl eines Hochdruckreinigers kann bei falscher Handhabung Schäden an Lack und Technik verursachen.

Foto: Kärcher
Auto waschen – kein Problem. Manche Leute sind damit in zehn Minuten fertig, fünf Liter Wasser genügen. Diese Eimer-Wäscher sind natürlich der Alptraum für jeden Lackentwickler, denn so kratzfest kann keine Farbschicht sein, dass sie diese Tortur schadlos übersteht. Und hier nun die häufigsten Fehler beim Auto waschen:  Zuwenig Wasser.Die Todsünde, denn Dreck muss schwimmen. Bei Wassermangel scheuern Sand und andere Schmutzpartikel auf dem Lack, es entstehen jede Menge Kratzer. Deshalb bei der Handwäsche immer zwei Eimer benutzen: Einen mit frischem Wasser und Autoshampoo zum Eintauchen des Schwamms, einen mit klarem Wasser zum anschließenden Ausspülen. Und vor der Wäsche in automatischen Anlagen das Fahrzeug grundsätzlich vorwaschen, um groben Schmutz zu entfernen.  Falsche Reihenfolge.Grundsätzlich gilt: Von oben nach unten waschen, von vorn nach hinten. Denn in dieser Richtung nimmt die Verschmutzung eines Autos zu und es ist unbedingt zu vermeiden, Dreck aus den Radhäusern beispielsweise aufs Dach zu transportieren – Kratzer.  Zuviel Wasser.Im übertragenen Sinne, denn an Tankstellen oder auch zu Hause werden oft Hochdruckreiniger benutzt. Die verfügen zwar nicht über die Power eines professionellen Geräts, können aber auch teure Schäden verursachen. Deshalb: Mindestabstand von ca. 30 cm nicht unterschreiten, sonst gerät Wasser an Stellen, die von den Auto-Entwicklern garantiert nicht zum Einweichen vorgesehen sind. Bei besonders starken Geräten ist beispielsweise eine Beschädigung der Reifen möglich, der Gummi wird schlicht vom Wasser durchschossen. Aber auch an der Bremsanlage kann der Wasserdruck die Kolbenmanschetten beiseite drücken und so für Korrosion und teure Spätschäden sorgen.  Falsches Reinigungsmaterial.Faustregel: Alles aus dem Küchenschrank ist am Auto tabu. Spülmittel beispielsweise wirkt stark entfettend und nimmt dem Lack deshalb seinen Glanz und lässt Kunststoffteile schnell ergrauen. Und diese grünen Topfschwämme entfernen zwar Insekten, machen aber jeden Lack reif für eine Neulackierung.Es gibt jedoch Ausnahmen: Glasreiniger eignet sich auch für Autoscheiben und mit Haarshampoo und Wasser lassen sich Insektenreste preiswert entfernen.  Falsche Waschanlage.Vor dem Kaufen des Wasch-Bons immer erst die Anlage inspizieren: Wie sehen die Bürsten aus, wie gepflegt wirkt das Gerät? Dunkle, schmierige Bürsten sind ein Grund, weiterzufahren und nach einer besser gewarteten Waschanlage zu suchen. Auch Moos und Schimmel in den Ecken zeugen nicht von bester Pflege.Weiter stellt sich die Frage nach dem besten Waschmaterial. Bis vor einigen Jahren gab es nur Kunststoffbürsten, die auf dem Lack sichtbare Spuren hinterließen. Das waren zwar keine Kratzer, sondern Abrieb von den Bürsten, sah aber trotzdem bescheiden aus. Moderne Kunststoffbürsten sind in diesem Punkt viel besser geworden, trotzdem hinterlassen Waschbürsten aus Textilmaterial oder Schaumstoff meist den besseren Eindruck.Ob es dagegen eine Waschstraße sein muss oder ob die Portalanlage der Tankstelle um die Ecke genügt, kommt auf einen Versuch an – eine Waschstraße muss nicht zwangsläufig besser arbeiten. Allerdings bietet sie in der Regel Personal für die Vorwäsche, bei kleinen Anlagen ist das seltener der Fall. Einen Vorteil bieten jedoch beide Typen: Sie haben nicht nur Samstags geöffnet.  

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