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Montag, 21. August 2017

Batterie-Technologie

Start-Stop pusht die Werkstätten und bringt viele Kunden

Neues zieht Neues nach sich: Die Start-Stop-Technik neuer Autos wird das Werkstattgeschäft künftig eher starten als stoppen. Ein kleiner Ausblick auf die nächsten Jahre.

Europa 2015: 70 Prozent der Neuwagen fahren mit Start-Stop-Batterie. In Deutschland wird der Anteil noch höher liegen.

Foto: Motmedia
Die Werkstatt-Branche steht Neuerungen traditionell skeptisch gegenüber. Doch Start-Stop ist endlich mal eine Technik, die den Alltag im Betrieb nicht auf den Kopf stellt, keine wahnwitzigen Investitionen verlangt, aber trotzdem viele neue Kunden bringt. Sinn der Start-Stop-Technologie ist es, den Kraftstoffverbrauch zu senken. Damit sinkt auch der CO2-Ausstoß, denn der soll bei neu zugelassenen Fahrzeugen ab 2012 nur noch 130 Gramm pro Kilometer betragen. Davon sind wir derzeit noch weit entfernt. Start-Stop schaltet deshalb beim Warten vor der Ampel den Motor ab. Vollautomatisch. Wenn der Fahrer den Gang rausnimmt und den Fuß von der Kupplung nimmt. Legt er den Gang wieder ein, startet der Anlasser den Motor wieder. Ebenfalls vollautomatisch. Im ECE-Zyklus sinkt der Spritverbrauch so um acht bis 15 Prozent. Der Aufwand hinter den Kulissen ist jedoch enorm. Ein verstärkter Anlasser ist noch die kleinste Änderung. Normale Starter sind auf eine Lebensdauer von rund 10.000 Startvorgängen kons­truiert, ein Start-Stop-Anlasser muss den Motor 150.000-mal anwerfen können. Logisch, dass es dafür auch eine andere Batterie benötigt. Varta hat festgestellt, dass eine herkömmliche Blei-Säure-Batterie bereits nach einer Woche Einsatz in einem Start-Stop-Fahrzeug bis zu 16 Prozent ihrer Kapazität verliert. Deshalb werden völlig andere Bauweisen erforderlich. Und: Ein Heimwerker kann diese nicht mehr zu Hause auswechseln. Denn in einem Start-Stop-Auto ist die Batterie Bestandteil des Systems und muss dort mit einem Diagnose-Tester angemeldet werden. Dabei wird die Batterie-Zustandserkennung mit diversen Daten gefüttert, schließlich darf ein Fall unter keinen Umständen eintreten: Dass ein Motor zwar stoppt, aber nicht wieder startet. Deshalb ist der Wechsel einer Start-Stop-Batterie Werkstattsache, die sich auch noch aus einem anderen Grund freuen kann: Natürlich sind solche hoch zyklenfesten und rüttelsicheren Akkus auch deutlich teurer als herkömmliche Stromspeicher – der Preis liegt um das Vier- bis Fünffache höher. Start-Stop ist also auch ein Umsatz-Booster.  



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