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Dienstag, 21. November 2017

Weniger zu tun für Schiedsstellen

Rückgang der Anträge an Kfz-Schiedsstellen

Kunden von Kfz-Innungsbetrieben haben offenbar immer weniger Grund, einen Schieds-Antrag zu stellen. Die Reklamationsquote ist erneut rückläufig.

Rückläufig: Die Kfz-Schiedsstellen kamen zuletzt nicht mehr so häufig zum Einsatz.

Foto: Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe
Insgesamt 9.944 Anträge von Werkstattkunden und Gebrauchtwagenkäufern gingen im Jahr 2012 bei den bundesweit 130 Kfz-Schiedsstellen ein. Das waren 2.109 Anträge oder 17,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor (12.053). 88 Prozent und damit 8 783 Anträge wurden bereits im Vorverfahren geregelt. Das ergab die Schiedsstellenbilanz 2012 des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK). „Es ist erfreulich, dass es offenbar immer weniger Anlass für die Kunden der Kfz-Innungsbetriebe gibt, unsere Schiedsstellen anzurufen“, sagte ZDK-Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz. Im Verhältnis zu den 74,3 Millionen Wartungs- und Reparaturaufträgen, die im vergangenen Jahr im Kfz-Gewerbe abgearbeitet wurden, sei die Reklamationsquote mit 0,01 Prozent verschwindend gering.  Aktiver Verbraucherschutz im Kfz-GewerbeLediglich 1.161 Verfahren und damit 11,7 Prozent gelangten vor eine Schiedskommission, 85 weniger als im Vorjahr. Davon wurden 492 Verfahren (42,4 Prozent) durch einen Vergleich beendet. In 200 Fällen (17,2 Prozent) entschied die Kommission für den Antragsteller, in 273 Fällen (23,5 Prozent) ging das Verfahren zugunsten der Werkstatt beziehungsweise des Gebrauchtwagenhändlers aus. Die restlichen Verfahren waren zum Ende des Berichtsjahres 2012 noch nicht abgeschlossen. „Wir sind sehr froh, in den Kfz-Schiedsstellen ein anerkanntes Instrument des aktiven Verbraucherschutzes im Kfz-Gewerbe zu haben“, so ZDK-Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz. „Sie leisten einen wirksamen Beitrag zur außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten zwischen Autofahrern und Kfz-Betrieben.“ Grund für die hohe Akzeptanz sei die ausgewiesene fachliche Kompetenz der Schiedsstellen-Kommission. Ihr gehören der zum Richteramt befähigte Vorsitzende sowie je ein Vertreter des Kfz-Gewerbes, des ADAC, ein öffentlich bestellter und vereidigter Kfz-Sachverständiger der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) und gegebenenfalls der Sachverständige einer anerkannten Prüfinstitution an. Dadurch finden sowohl die Handwerks- als auch Verbraucherinteressen gleichermaßen Berücksichtigung. „Die DAT als neutrale und unabhängige Organisation unterstützt die Arbeit der Schiedsstellen seit vielen Jahren sehr gerne. Wir freuen uns, wenn die DAT-Sachverständigen mit ihrer Kompetenz dazu beitragen können, die Kundenzufriedenheit zu steigern“, ergänzt Karsten Riegraf, verantwortlich für das Sachverständigenwesen der DAT. Wer als Kunde einem Mitgliedsbetrieb der Kfz-Innung sein Vertrauen schenkt, kann sich im Streitfall an die Schiedsstelle wenden. Kosten entstehen dem Kunden dabei nicht. Innungsbetriebe sind am blau-weißen Meisterschild zu erkennen.  Hauptgründe: Rechnungshöhe sowie technische MängelIm Bereich Reparatur und Wartung gingen im Jahr 2012 insgesamt 8.138 Anträge bei den Schiedskommissionen ein (Vorjahr 10.090), das sind rund 82 Prozent aller Anträge. Bei den Beweggründen steht nach Angaben des ZDK die Rechnungshöhe mit 3.794 Fällen deutlich vor dem Punkt „unsachgemäße Arbeit“, der in 3.435 Fällen bemängelt wurde. Um nicht in Auftrag gegebene und trotzdem durchgeführte Arbeiten ging es in 2.880 Fällen. Die Gebrauchtwagen-Schiedsstellen wurden im Jahr 2012 insgesamt 1.806-mal angerufen (Vorjahr 1.963). Als Hauptgrund nannten die Verbraucher laut ZDK in 1 382 Fällen „technische Mängel". Bei 243 Anträgen führten die Kunden „Unfallschaden" und in 41 Fällen eine „fehlerhafte Gesamtfahrleistung" an. Weitere Infos hier 



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