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Montag, 26. Juni 2017

Neue Dieselmotoren von Opel

Espresso für den Mokka

Opel hat einen neuen 1,6-l-Diesel für seinen Mini-SUV. Damit kriegt der Mokka richtig Pep

Probefahrt in Irland: Auf den schlechten Straßen kann das komfortable Mokka-Fahrwerk glänzen.

Aroma entfaltete Opels Bestseller unter den Subkompakt-SUVs bisher einzig mit seinen bequemen Sitzen, der guten Verarbeitung oder dem komfortablen Fahrwerk. Doch motorseitig war eher lauwarmer Muckefuck angesagt. Vor allem der brummige 1.7 CDTi schmeckte schon leicht abgestanden, nur 33 Prozent der Mokka-Genießer wollten ihn probieren. Aber nun serviert Opel die Kaffee-Kutsche auch mit dem bereits aus Astra, Meriva und Zafira bekannten 1.6 CDTi. Entwickelt im GM-Diesel-Kompetenzzentrum in Turin und gebaut in Kaiserslautern, liefert der 1,6-Liter mit 136 PS den Spitzenwert seiner Hubraum-Klasse. Und 320 Nm Drehmoment sorgen für wachen Durchzug.So fährt sich der Mokka 1.6 CDTi nun aufgeweckt wie ein starker Espresso, soll handgeschaltet und frontgetrieben Tempo 100 in 9,9 Sekunden reißen. Spitze: 190 km/h. Die ließ sich auf der ersten Probefahrt in Irland leider nicht überprüfen, dort gilt auf dem Motorway streng kontrolliertes Tempo 120. Dafür fordern kurvige Landstraßen mit häufigen Geschwindigkeitswechseln Durchzug und Drehvermögen des Mokka. So ganz konnten die Entwickler das typische Turboloch vieler Hochleistungsdiesel bei ihrem Vorzeige-Selbstzünder nicht schließen, aber ab 1600/min kriegt der Mokka Zucker und stürmt zügig Richtung Abregeldrehzahl. Übrigens ziemlich leise, nur ein sanftes Prasseln deutet bei niedrigen Drehzahlen auf einen Diesel hin. Auch fehlt dem Mokka die Duftwolke älterer Diesel, ein Oxikat mit Stickoxid-Falle verschluckt nun die letzten Schadstoffe und lässt den 1.6 CDTi die strenge Euro-6-Norm erfüllen.Wer übrigens seinen Mokka lieber mit beiden Händen am Lenkrad genießt, wählt die bestens abgestimmte Sechsgang-Automatik, deren Wandlerschlupf auch das Turboloch überdeckt. Aufpreis: 1300 Euro und 0,8 Liter EU-Mehrverbrauch, also 4,9 statt 4,1 l/100 km. Wobei ein Teil aufs Konto des Start-Stopp-Systems geht, das dem Automatik-Mokka fehlt. Wer allerdings, wie 25 Prozent der bisherigen 52000 Mokka-Käufer in Deutschland, Wert auf Allradantrieb legt, muss grundsätzlich selbst die sechs Gänge sortieren. Was mit der exakten Schaltung weniger Schmerzen bereitet als die 2000 Euro Mehrpreis gegenüber dem Frontantrieb. Überhaupt die Preise: Weil Opel den Diesel – wie auch den stärkeren Benziner – erst ab der zweitbesten Ausstattung Edition anbietet, stehen mindestens 24685 Euro auf der Rechnung. Was aber die Kunden nicht zu stören scheint: 57 Prozent wollen ihren Mokka mit dem vollen Aroma und buchen das Innovation-Paket für weitere 2200 Euro – Hauptsache, es schmeckt.  Hendrik Dieckmann Fotos: Dieckmann, Opel
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