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Freitag, 24. Februar 2017

Strom hilft beim Kurbeln

Elektrolenkungen nach Achsvermessung neu kalibrieren

Hydraulische Servolenkungen sind inzwischen out. Neue Autos auf den Straßen steuern elektromechanisch – und zeigen natürlich auch neue Fehlerquellen.

Integrierte Elektromechanik: Beim aktuellen Audi A6 umschließen Motor und Gewindetrieb die Zahnstange, sorgen so für eine sehr präzise Anbindung.

Foto: Hersteller / Motmedia
Seit Einführung der Servolenkung vor rund 70 Jahren arbeiteten diese stets hydraulisch: Eine Pumpe setzt eine Flüssigkeit – meist Öl – unter Druck, so hilft sie über ein kompliziertes Ventilsystem beim Lenken. Der Nachteil: Die Pumpe läuft ständig, ihr Antrieb kostet den Motor Kraft und somit Kraftstoff – auch wenn es geradeaus geht. Deshalb dachten schlaue Köpfe sich vor etwa 20 Jahren etwas Neues aus und trieben die Pumpe elek­trisch an, konnten sie also nach Bedarf einschalten. Doch noch konsequenter ist eine Lösung, die ganz ohne Öl auskommt. Die Rede ist von der elektromechanischen Lenkung, von ZF als Servolectric bezeichnet und mittlerweile bei vielen Herstellern im Angebot. Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Bauarten (siehe unten), die erste Serien­anwendung fand ab 1997 im Corsa B statt (Grafik: Corsa C). Zeit genug also, auch mal über Fehlerquellen nachzudenken. Denn tatsächlich sieht es so aus, als würden Elektrolenkungen öfter schlappmachen als herkömmliche Hydraulik-Lenkgetriebe. Das größte Problem ist Spiel der Zahnstange und in den Antrieben, das den Ersatz des kompletten Lenkgetriebes nötig macht. Aber auch die Elektronik ist anspruchsvoll: So muss bei den meisten Elektrolenkungen nach einer Achsvermessung die Mittellage neu angelernt bzw. der Lenkwinkelsensor kalibriert werden. Wird dies vergessen, zieht das Auto trotz perfekter Einstellung zur Seite, im Extremfall fällt das ESP aus. Es gilt also wieder der alte Grundsatz: neue Technik, neue Probleme.  
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