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Montag, 21. August 2017

Beidseitig benutzbar

Die richtige Montage von DPK-Riemen – so funktioniert’s

Mitte der Neunzigerjahre tauchten erstmals doppelte Keilrippenriemen auf. Doch wie herum werden diese DPK-Riemen eigentlich montiert – und was müssen Monteure alles beachten? Wir zeigen es.

Eng umschlungen: Deutlich zu erkennen die dunkle Außen- und die hellere Innenseite des DPK-Riemens für die Start-Stop-BMWs.

Foto: Motmedia
Keilriemensalat stand absolut nicht auf der Speisekarte der Konstrukteure, als sich Anfang der Achtzigerjahre ein Trend zu immer mehr Komfort abzuzeichnen begann. Drehte ein konventioneller Keilriemen früher nur die Runde zwischen Kurbelwelle, Lichtmaschine und Wasserpumpe, kamen nun noch Servolenkung und Klimaanlage dazu. Die Folge: An manchen Motoren werkelten drei bis vier Keilriemen nebeneinander. Die alle jeweils einzeln gespannt und justiert werden mussten. Gleichzeitig forderten die Aerodynamiker kürzere und flachere Motorräume für geringeren Luftwiderstand, also eine Reduzierung des Bauraums. Die Suche nach dem einen Riemen für alle Aggregate führte schließlich zum Keilrippenriemen, auch als Micro-V- oder Poly-V-Riemen bekannt. Sein Vorteil: Anders als konventionelle Keilriemen war er biegsam genug, um auch in Schleifen verlegt werden zu können. Mit Spann- und Umlenkrollen lassen sich so an allen Riemenscheiben genügend große Umschlingungswinkel für sichere Kraftübertragung erzielen. So weit bekannt, war seine erste Anwendung 1983 im damals neuen Dieselmotor OM 601 des Mercedes 190 (W 201).  Auch BMW-Diesel verwenden DPK-RiemenMitte der Neunzigerjahre war die Zeit dann reif für den nächsten Entwicklungsschritt: den DPK-Riemen. Der hat auf beiden Seiten Rillen, kann also auch beidseitig Aggregate antreiben. Seine am weitesten verbreitete Anwendung ist in diversen Golf IV 1.6, 1.8, 1.8T sowie 1.9 TDI PD, die in der Ausstattung mit Klimaanlage einen 6DPK1195 besitzen. Auch die weit verbreiteten BMW-Diesel verwenden einen solchen Riemen, dazu kam ab 2007 die serienmäßige Ausrüstung mit einer Start-Stop-Anlage. Und die führte zu Problemen: Beim blitzartigen Anlassen des Motors kam es zu kurzen Quiek-Lauten. Kein Zustand für eine Premium-Marke, weshalb BMW mit den Riemenprofis von ContiTech Abhilfe entwickelte: den beflockten DPK-Riemen. Der ist von der einen Seite ganz normal schwarz, die andere dagegen sieht grau und flauschig aus. Und diese filzartige Beschichtung soll beim kurzzeitigen Durchrutschen das Quietschen verhindern. Was gleichzeitig die Montagerichtung dieses Riemens festlegt: Die helle Seite gehört auf die Kurbelwellen-Riemenscheibe. Und keine Sorge – die Kraft wird sicher übertragen, nur eben ohne Quietschen. Und natürlich hat Matthies diesen Riemen in OE-Qualität am Lager. Aber auch konventionelle DPK-Gummis haben zwei verschiedene Seiten: eine raue, die aufs Kurbelwellenrad gehört, und eine geschliffene, die über die Rollen läuft. Diese erkennt man an glitzernden Partikeln zwischen den Rippen – Rückstände vom Schleifmittel. Wer beim Aufziehen nicht darauf geachtet hat, muss aber auch keine schlimmen Folgen befürchten, so ContiTech-Experte Frank Wißbröcker. Einen Keil(rippen)-Riemensalat wird es deshalb nicht gleich geben.  
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